{"id":756,"date":"2010-07-08T13:34:47","date_gmt":"2010-07-08T11:34:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=756"},"modified":"2010-07-08T13:34:47","modified_gmt":"2010-07-08T11:34:47","slug":"mit-dem-affen-nicht-in-die-bannmeile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=756","title":{"rendered":"Mit dem Affen nicht in die Bannmeile"},"content":{"rendered":"<p>Ich liebe diese Stadt. Aus Gr\u00fcnden. Einer davon sa\u00df vorhin mitten auf einer Nebenstra\u00dfe im Prenzlauer Berg, wo er sich mit Hilfe von Zaunteilen der benachbarten Baustelle eine etwa acht Quadratmeter gro\u00dfe Fl\u00e4che abgegrenzt hatte. In deren Mitte er in der prallen Sonne auf einem Campingstuhl thronte und frenetisch klatschte. Lang anhaltend bis dauerhaft, w\u00e4hrend die Bauarbeiter direkt neben ihm etwa aus H\u00f6he des vierten Stocks Fassadenteile auf den Gehweg fallen lie\u00dfen. Priceless.<\/p>\n<p>Hundert Meter weiter war, wie in Berlin \u00fcblich, schon die n\u00e4chste Baustelle. Auch hier wurde ein Haus saniert, am Ger\u00fcst klebte eine gro\u00dfe Piratenflagge: Diese Bauarbeiten werden ihnen pr\u00e4sentiert von Ger\u00fcstbau Systemfeind. Langsam begann ich an meiner Wahrnehmung in Zeiten der Kraken-Depression zu zweifeln, aber zum Gl\u00fcck bewies das Internet schnell, dass das alles seine Richtigkeit hatte. <a href=\"http:\/\/www.geruestbausystemfeind.de\/assets\/s2dmain.html?http:\/\/www.geruestbausystemfeind.de\/shop\/tshirts\/tshirtsystemfeindtsf003.html\" target=\"_blank\">Hier<\/a>.<\/p>\n<p>Wieder zu Hause warf ich einen Blick in mein E-Mail-Postfach. Da lag noch die Mail aus der Pressestelle des Berliner Senats von gestern. Mit einem Hinweis auf folgenden <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/landespressestelle\/archiv\/2010\/07\/06\/302058\/index.html\" target=\"_blank\">Pressetermin<\/a>: &#8222;Senatorin Lompscher startet Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia&#8220;. Das vermutlich noch auf Thilo Sarrazin zur\u00fcckgeht und seinen ewigen Kampf, die Berliner zur sparsamen Ern\u00e4hrung zu bewegen. Ambrosia schenkt vielleicht Sch\u00f6nheit und ewiges Leben, aber warum sollte man darauf setzen, wenn man auch erh\u00f6htes Cholesterin dank Bockwurst haben kann?<\/p>\n<p>Beim Lesen des Namens von Frau Lompscher fiel mir dann auch wieder ein, wof\u00fcr sich die Linken-Politikerin zuletzt eingesetzt hatte. Nein, es hatte weder etwas mit steigenden Mieten oder dem Streichen des Elterngeldes f\u00fcr Hartz-4-Empf\u00e4nger zu tun, sondern es ging um das <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/landespolitik\/berliner-senat-will-wildtiere-im-zirkus-verbieten\/1873232.html\" target=\"_blank\">Verbot von Wildtieren bei Zirkusvorstellungen<\/a> in Gro\u00df-Berlin. Denn es ist eines der dringensten Probleme dieser Stadt, dass vagabundierende Zirkusse ihre L\u00f6wen und Elefanten nicht an der Stadtgrenze stehenlassen wie andere Leute ihre Autos mit roter Feinstaubplakette, sondern sie sich nicht nur innerhalb des S-Bahnrings aufhalten, sondern dort auch auftreten d\u00fcrfen. Das sollte man wirklich verbieten, da ist der Berliner Senat mal gefragt! Baut mit Ger\u00fcsten vom Systemfeind Koppeln auf irgendwo in Brandenburg, stellt Campingst\u00fchle rein und lasst Affen dort den ganzen Tag Ambrosia-trinkend klatschen, bis die Clowns genug Geld verdient haben, dass man gemeinsam weiterziehen kann.<\/p>\n<p>Man muss Berlin wirklich lieben. Genau darum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich liebe diese Stadt. Aus Gr\u00fcnden. Einer davon sa\u00df vorhin mitten auf einer Nebenstra\u00dfe im Prenzlauer Berg, wo er sich mit Hilfe von Zaunteilen der benachbarten Baustelle eine etwa acht Quadratmeter gro\u00dfe Fl\u00e4che abgegrenzt hatte. In deren Mitte er in der prallen Sonne auf einem Campingstuhl thronte und frenetisch klatschte. 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