{"id":465,"date":"2010-06-01T11:46:15","date_gmt":"2010-06-01T09:46:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=465"},"modified":"2010-06-01T12:23:03","modified_gmt":"2010-06-01T10:23:03","slug":"in-weiter-ferne-so-nah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=465","title":{"rendered":"In weiter Ferne, so nah!"},"content":{"rendered":"<p>Seit ein paar Stunden ist es amtlich: Ich werde in diesem Sommer M\u00fcnchen besuchen. F\u00fcr manche ist das vielleicht eine langweilige Meldung wie \u00d6lpest, Pr\u00e4sidentenr\u00fccktritt oder Gesangseuropameister: Passiert st\u00e4ndig, Neuigkeitswert gleich null. Doch f\u00fcr mich \u00e4ndert das einiges.<\/p>\n<p>Zum Beispiel einen Satz, den ich schon sehr lange in Gebrauch habe und der zum Inhalt hat, dass ich in meinem Leben nur einmal M\u00fcnchen besuchte, und zwar im April 1986. Damals holten meine Eltern in einem bei M\u00fcnchen gelegenen Motorenwerk das Auto ab, in dem wir Kinder jahrelang die Schuhe ausziehen mussten, damit die Matten auf den Matten auf den Matten im Fu\u00dfraum nicht dreckig wurden. Und das erst im letzten Jahr den Weg aller Abgewrackten ging, nicht, ohne dass der Verlust von meinem Vater mit der Errichtung eines Altars im Wohnzimmer gew\u00fcrdigt wurde:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Altar1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-467  aligncenter\" title=\"Altar\" src=\"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Altar1-e1275323330128-292x300.jpg\" alt=\"\" width=\"264\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/www.juliane-schader.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Altar1-e1275323330128-292x300.jpg 292w, https:\/\/www.juliane-schader.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Altar1-e1275323330128-998x1024.jpg 998w, https:\/\/www.juliane-schader.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Altar1-e1275323330128.jpg 2035w\" sizes=\"(max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!-- Textabsatz 2 --><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus kultiviere ich schon seit Jahren das Gef\u00fchl einer gewissen \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber dieser Stadt, das darauf beruht, nichts \u00fcber sie zu wissen, sowie einem Beitrag Harald Martensteins aus Zeiten, in denen er bei watch-berlin.de ein Videoblog betrieb. In diesem charakterisierte er M\u00fcnchen als unglaublich langweilig, was er mit einem Mangel an kleinen Gesch\u00e4ften begr\u00fcndete &#8211; und vor meinem geistigen Auge ein Bild M\u00fcnchens entstehen lie\u00df, das stark an Gro\u00dfr\u00e4schen-S\u00fcd erinnerte. Wo wir einst mit besagtem Auto aus M\u00fcnchen Station machten, kurz bevor es dem Braunkohle-Tagebau zum Opfer fiel.<\/p>\n<p>Aufgrund gepflegter Vorurteile und dem Urteil des Herrn Martenstein &#8211; das ich sehr sch\u00e4tze; niemand fand sch\u00f6nere Worte als er f\u00fcr das schrecklichste Einkaufszentrum der Welt, das wir Alexa nennen, als er schrieb: &#8222;Stell dir vor, Adolf Hitlers ,F\u00fchrerbunker&#8216; ist bei einer  Bombenexplosion aus dem Untergrund nach oben gedr\u00fcckt worden. Berlin hat  den Bunker an den Travestieklub ,La vie en rose&#8216; verpachtet, die haben  den Bunker schweinchenrosa angestrichen.&#8220; &#8211; habe ich also M\u00fcnchen seit Jahren verspottet. Und nun werde ich hinfahren, mit dem einzigen Ziel: Diese Vorurteile zu belegen. Oder zumindest den Briefkasten von Uli Hoene\u00df&#8216; Wurstfabrik mit Sojaschnitzeln zu blockieren.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck reise ich nicht ganz alleine, sondern begleite eigentlich jemanden, der &#8211; in Erwachsenensprache &#8211; beruflich da zu tun hat. Und sich auskennt. Was gut ist. Denn wir reisen mit dem Flugzeug an, und allein die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt soll sich schwierig gestalten, habe ich geh\u00f6rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit ein paar Stunden ist es amtlich: Ich werde in diesem Sommer M\u00fcnchen besuchen. F\u00fcr manche ist das vielleicht eine langweilige Meldung wie \u00d6lpest, Pr\u00e4sidentenr\u00fccktritt oder Gesangseuropameister: Passiert st\u00e4ndig, Neuigkeitswert gleich null. Doch f\u00fcr mich \u00e4ndert das einiges. 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