{"id":3134,"date":"2015-11-22T13:10:10","date_gmt":"2015-11-22T12:10:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=3134"},"modified":"2016-01-21T13:21:52","modified_gmt":"2016-01-21T12:21:52","slug":"ich-bin-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=3134","title":{"rendered":"Ich bin die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><em>Der Freitag vom 15. Oktober 2015<\/em><\/p>\n<p>Berlin-Kreuzberg, 11.30 Uhr. Das Klischee sitzt: Die hellen B\u00fcror\u00e4ume in einer alten Fabriketage erreicht man \u00fcber einen zugestellten Hinterhof und ein abgelatschtes Treppenhaus. An der Stahlt\u00fcr h\u00e4ngt kein repr\u00e4sentatives Namensschild, sondern eine handbeschriftete Karteikarte. Wenn man eintritt, f\u00e4llt der erste Blick auf leere Club-Mate-Flaschen. Im Raum nebenan werkelt die Redaktion an neuen Computern. Alle hier sind jung, alle sind unfassbar gut gelaunt und alle k\u00f6nnten jederzeit aufstehen und die Hauptrolle in einem Werbefilm f\u00fcr glutamatfreie Fr\u00fchst\u00fccksflocken \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das ist er also, der neue, deutsche Online-Journalismus: hip, aufgeweckt, unpr\u00e4tenti\u00f6s. Seit Juli ist Ze.tt online \u2013 zun\u00e4chst mit einer Testphase, die nun bald in den Regelbetrieb \u00fcbergehen soll. Das Online-Portal richtet sich an junge Leute zwischen Schulabschluss und erstem Jobwechsel. Es wurde aus Zeit Online ausgekoppelt, das wiederum vor fast 20 Jahren als Internet-Ableger der Zeit entstand.<\/p>\n<p>\u201eEine Aufgabe von Ze.tt k\u00f6nnte es sein, etwas Unordnung in unseren geordneten Onlinejournalismus zu bringen, unsere Selbstgewissheit zu st\u00f6ren, uns zu \u00e4rgern, zu verwirren, neue Wege zu beschreiten, sowohl journalistisch als auch technisch\u201c, sagte Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online, zum Start des neuen Projektes. Ein Hinterhofb\u00fcro ohne Firmenschild ist da Teil des Programms.<\/p>\n<p>Auch bei Spiegel Online hat man die Leser diesseits der 30 entdeckt. Seit Anfang Oktober gibt es f\u00fcr sie Bento: ein eigenes Portal, das politische Berichte in kleinen H\u00e4ppchen unter Texte \u00fcbers H\u00e4keln und das Nachkochen zerkn\u00fcllter Einkaufszettel mischt. Schon im September startete BYou, ebenfalls neu, ebenfalls f\u00fcr junge Menschen, eine Unterseite von bild.de. Im Lauf des Oktobers folgen vergleichbare Angebote, ausgekoppelt aus den Redaktionen des Handelsblatts sowie der Bunten.<\/p>\n<p>Alle Angebote eint, dass sie sich an eine junge Zielgruppe wenden und versuchen, Aufmachung und Ansprache deren Mediengewohnheiten anzupassen \u2013 oder dem, was man in deutschen Verlagen daf\u00fcr h\u00e4lt. Dass sie alle gleichzeitig starten, hat \u00f6konomische Gr\u00fcnde. Den Verlagen steht das Wasser bis zum Hals. Schon seit Jahren befinden sich die Auflagen der Printtitel im Sinkflug. Der Spiegel hat zuletzt noch 823.000 Exemplare verkauft, vor zehn Jahren waren es noch 1,07 Millionen. Im gleichen Zeitraum ging es f\u00fcr die FAZ von 376.000 auf 265.000 Exemplare runter. Die Auflage der Bild-Zeitung sank von 3,8 auf 2,1 Millionen. Die Eink\u00fcnfte aus Verkauf und Werbung st\u00fcrzten ab. Das ist das eine.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus verlieren die Zeitungen aber den Anschluss an die jungen Leute. Laut dem Institut f\u00fcr Demoskopie Allensbach lasen 1970 fast 84 Prozent der 25- bis 29-J\u00e4hrigen eine gedruckte Tageszeitung. Heute sind es gerade einmal 29 Prozent. Nun k\u00f6nnte man meinen, dass die Jungen einfach ins Netz abgewandert sind und dort die Online-Ausgaben der Zeitungen lesen. Doch das ist nicht so. Gerade einmal 37 Prozent der 14- bis 29-J\u00e4hrigen nutzen derartige Angebote, hat die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung herausgefunden.<\/p>\n<p>Lange meinte man, der Geburtsfehler des Onlinejournalismus sei es gewesen, Zeitungsartikel im Netz kostenlos einzustellen. Nun musste man feststellen, dass junge Menschen die Inhalte der Zeitungen nicht einmal geschenkt haben m\u00f6chten. Stattdessen verbringen sie ihre Zeit lieber mit Medien, die nicht aus etablierten Verlagsh\u00e4usern stammen. Die neue Konkurrenz im Wettbewerb um Aufmerksamkeit hei\u00dft Buzzfeed oder Heftig, aber auch Facebook, Whatsapp oder Snapchat. Statt \u00fcber die neuesten Entwicklungen der Bundespolitik informieren sie sich dort dar\u00fcber, wie unrealistisch die K\u00f6rperproportionen von Disney-Prinzessinnen sind, und was die beste Freundin gepostet hat.<\/p>\n<p>Die meisten dieser Themen sind leicht, wenig komplex, daf\u00fcr aber emotional aufgeladen. Gelesen und dann mit den Freunden geteilt werden lustige Tiere, peinliche Promis und auch mal Angela Merkel \u2013 aber nur, wenn sie eine lustige Handbewegung gemacht oder eine Kette in Deutschlandfarben getragen hat. Statt sachlicher Berichte, langer Reportagen oder politischer Kommentare werden H\u00e4ppchen pr\u00e4sentiert, mal in Form einer Liste, mal als eine Bildergeschichte, die sich aus ein paar kurzen S\u00e4tzen und ein paar Fotos aus sozialen Netzwerken zusammensetzt. Mit kritischem Journalismus hat das nichts zu tun, hier geht es vorwiegend um Unterhaltung. Dennoch nehmen sich die neuen Portale der gro\u00dfen Medienh\u00e4user nun genau das zum Vorbild.<\/p>\n<p>Die in Grau und Orange gehaltene Website von Ze.tt gibt sich so aufger\u00e4umt, wie man es von Jugendzimmern in Haushalten mit Zeit-Abo erwartet. Wie Kacheln im Bad reihen sich Fotos aneinander mit \u00dcberschriften, die auch mal frech sein sollen: \u201eKacken f\u00fcr den Umweltschutz\u201c \u2013 \u201ePlanking ist sooo 2009. Jetzt gibt\u2019s Extreme Phone Pinching\u201c \u2013 \u201eFriedensnobelpreis: Wof\u00fcr das Dialogquartett aus Tunesien ausgezeichnet wurde\u201c. Klickt man auf ein Bild, gelangt man zu einer Mischung aus S\u00e4tzen, Fotos, Videos und Tweets, die zu kleinen Geschichten angeordnet sind. Nebens\u00e4tze sind Mangelware; selbst ein komplexes Thema wie das tunesische Quartett wird nur kurz abgehandelt. Wer mehr wissen will, soll dem Link zur Begr\u00fcndung des Nobelpreis-Komitees folgen.<\/p>\n<p>\u201eGerade probieren wir noch aus, welche Themen und Formate funktionieren\u201c, sagt Ze.tt-Chef Sebastian Horn. Der 30-J\u00e4hrige hat bei Zeit Online die Community betreut und bei einem Start-up gearbeitet. Nun macht er Journalismus f\u00fcr Menschen, f\u00fcr die ein Telefon schon immer einen Touchscreen hatte. Zentral sind f\u00fcr ihn dabei zwei Elemente: \u201eBei Ze.tt d\u00fcrfen Artikel eine Haltung haben. Das kann bis in Aktivistische gehen\u201c, sagt Horn. \u201eAu\u00dferdem legen wir einen Schwerpunkt auf positive Nachrichten und eine konstruktive Sichtweise. Das bedeutet nicht, dass wir das Negative ausblenden. Indem wir sagen, was man tun kann, benennen wir auch das Problem.\u201c<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt dazu, dass die Fl\u00fcchtlingskrise bei Ze.tt als Handlungsempfehlung daherkommt, wie man helfen und welche Aktionen man sich als Beispiel nehmen kann. Dass das Erfolg haben kann, zeigt ein Video, in dem 50 Hamburger Fris\u00f6re Fl\u00fcchtlingen kostenlos die Haare schneiden. Zwei Millionen Mal wurde es auf der Ze.tt-Facebookseite angesehen. Details zur Debatte \u00fcber eine Obergrenze f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge oder zu ihrer Verteilung in Europa sucht man hingegen vergeblich.<\/p>\n<p>Die Welt von Ze.tt ist positiv, nett, \u00fcbersichtlich. Mit der Realit\u00e4t hat sie damit allerdings wenig gemein. Vor lauter Angst, die jungen Leser mit zu langen oder komplizierten Texten abzuschrecken, werden sie mit banalisierten Inhalten unterfordert. Offenbar traut die Redaktion ihrer Zielgruppe, zu der ja auch Studenten und Berufseinsteiger geh\u00f6ren, nicht zu, sich l\u00e4nger als drei Minuten mit einem Thema auseinanderzusetzen. Nun ist die Frage, wie sympathisch es ist, seine Leser f\u00fcr nicht sonderlich interessiert zu halten.<\/p>\n<p>Gravierender sind aber die Folgen, wenn das die Richtung sein sollte, in die der gesellschaftliche Diskurs in Zukunft abdriftet. Der Syrienkonflikt l\u00e4sst sich nicht in einem Gif, also einem animierten Bildchen, zusammenfassen. Und die Fl\u00fcchtlingsfrage kann man nicht in drei Tweets diskutieren. Wenn Angebote wie Ze.tt und Bento die Zukunft des Journalismus sein sollten, w\u00fcrden komplexere Politikdebatten abseits des Bundestags nicht mehr stattfinden.<\/p>\n<p>Noch sieht sich Ze.tt nur als ein Baustein einer vielf\u00e4ltigen Mediennutzung. \u201eThematisch gibt es zwar keine Begrenzung, aber es gibt auch keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit. Wir werden immer Schwerpunkte setzen\u201c, betont Horn. \u201eUnsere Zielgruppe hat vorher schon Medien konsumiert und wird das auch weiterhin tun. Wir bieten eine Vertiefung f\u00fcr manche Themen.\u201c Demnach sieht man sich auch nicht als Konkurrenz, sondern als Erg\u00e4nzung zu Zeit Online. Doch warum sollten junge Menschen, denen man heute eine einfache, positive Nachrichtenwelt pr\u00e4sentiert, es sp\u00e4ter komplizierter haben wollen? Im Zweifel werden hier die Weichen Richtung Banalit\u00e4t gestellt \u2013 wobei noch offen ist, ob die Jungen dem \u00fcberhaupt folgen. Nutzerzahlen werden derzeit nicht ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Dabei ist Ze.tt noch das gediegenste unter den neuen Angeboten der Verlage. Wesentlich bunter und lauter geht es bei BYou zu, mit dem die Macher von bild.de 12- bis 18-J\u00e4hrige erreichen m\u00f6chten. Anders als die Kollegen aus dem Zeit-Verlag hat man daf\u00fcr keine eigene Redaktion, sondern l\u00e4sst die Journalistensch\u00fcler der Axel-Springer-Akademie auf einer Unterseite der eigenen Homepage sich austoben. Nun steht dort auf der Seite \u201eDiese Frisuren tragen Frauen und M\u00e4nner untenrum\u201c neben \u201eDiese Selfie-Junkies knipsen auf Beerdigungen\u201c und den \u201e9 schlimmsten SchminkFails.\u201c Dazwischen hat sich \u201eDiese 8 Dinge musste du \u00fcber TTIP wissen\u201c verirrt. Nach dem Klick warten Satzfetzen, animierte Bilder und aus sozialen Netzwerken herausgefischte Tweets und Posts.<\/p>\n<p>Zum Start sagte bild.de-Chef Julian Reichelt, man wolle \u201edas journalistische Storytelling f\u00fcr die mobile Nutzung in den Vordergrund stellen\u201c. Bislang bel\u00e4uft sich das darauf, bew\u00e4hrte Bild-Methoden \u2013 kurze S\u00e4tze, viele Ausrufezeichen \u2013 noch um Emojis und Artikel in Listenform, sogenannte Listicles, zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Sicher, es ist eine gute Nachricht, dass deutsche Verlage \u00fcberhaupt im Netz investieren. \u00dcber Jahre schien ihre Strategie in der Hoffnung zu bestehen, dass das Internet wieder weggeht. Jetzt m\u00f6chten alle gleichzeitig am jungen Publikum neue Techniken und Formen ausprobieren. Das ist gut.<\/p>\n<p>Schlecht ist hingegen, dass sie dabei etwas als neu und experimentell ansehen, das es andernorts l\u00e4ngst gibt. Fast zehn Jahre ist es her, dass die Pr\u00e4sentation eines Themas als Liste, das Stricken von Geschichten um Tweets herum und die Absage an lange Flie\u00dftexte in den USA eingef\u00fchrt wurden. Damals ging Buzzfeed online, das sich selbst als Medienunternehmen f\u00fcr das \u201esoziale Zeitalter\u201c beschreibt. Bekannt und erfolgreich wurde das Portal, indem es s\u00fc\u00dfe Katzenbilder und Listicles wie \u201e25 Dinge, an denen du erkennst, dass du in den 90ern aufgewachsen bist\u201c verbreitete. Zu diesem Unterhaltungsschwerpunkt hat sich mit der Zeit ein seri\u00f6ser Journalismus gesellt, der heute auch erlaubt, dass Korrespondenten auf 12.000 Zeichen erkl\u00e4ren, warum Russland in Syrien eingreift (mehr zu Buzzfeed hier).<\/p>\n<p>Mittlerweile hat das Unternehmen weltweit Au\u00dfenstellen. Seit gut einem Jahr gibt es Buzzfeed Deutschland, was auch erkl\u00e4re, warum ausgerechnet jetzt alle Verlage an neuen Angeboten feilten, sagt Stephan Weichert. Er ist Journalistik-Professor und leitet den Studiengang Digital Journalism der Hamburg Media School. Weichert bem\u00e4ngelt, dass den deutschen Projekten der origin\u00e4re Ansatz fehle. \u201eAndererseits hat Buzzfeed seit Jahren Dinge ausprobiert und eine Expertise aufgebaut. Sich daran zu orientieren, ist legitim. Besser gut kopiert als schlecht etwas Neues erfunden.\u201c<\/p>\n<p>Dass die Artikel oft banalisieren und statt zusammenh\u00e4ngender Texte St\u00fcckwerk bieten, sei auch die Schuld der Nachwuchsleser, sagt Weichert: \u201eDie junge Zielgruppe hat die Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege. In der Masse kann man viele von ihnen nicht mehr anders erreichen als mit Listicles und Katzenbildern.\u201c<\/p>\n<p>Aber stimmt das? Die Klage, dass die Jugend von heute nicht mehr das Niveau der \u00c4lteren erreicht, begleitet die Menschheitsgeschichte ja seit Jahrtausenden. Laut der gerade ver\u00f6ffentlichten Shell-Jugendstudie gibt aber fast die H\u00e4lfte der 15- bis 24-J\u00e4hrigen an, sich f\u00fcr Politik zu interessieren. Und die wollen TTIP sicher nicht in drei Emojis erkl\u00e4rt bekommen, nur weil sie mit ihren Freunden auf diese Art kommunizieren. Wenn die Jugend etwas nicht leiden kann, dann ist es, nicht f\u00fcr voll genommen zu werden. Genau den Eindruck vermitteln aber BYou und Co.<\/p>\n<p>Die Verlage haben bei den Jugendmedien allerdings abschreckende Beispiele vor Augen \u2013 etwa die Bravo, die \u00fcber Jahrzehnte all diejenigen m\u00fchelos erreicht hat, um die Ze.tt, BYou und Bento nun buhlen. Noch vor zehn Jahren wurden jede Woche 455.000 Hefte verkauft. Heute sind es nur noch 158.000, weil man den Medienwandel schlichtweg verschlief.<\/p>\n<p>Seit Anfang des Jahres erscheint das gedruckte Heft nun nicht mehr w\u00f6chentlich, sondern nur noch alle 14 Tage. Daf\u00fcr wurde der Online-Auftritt \u00fcberarbeitet. Neben allem, was 13-J\u00e4hrige \u00fcber Justin Bieber und GZSZ-Sternchen wissen wollen, finden sich dort Texte mit \u00dcberschriften wie \u201eInstagram: Mit diesen Filtern kriegst du die meisten Likes\u201c oder \u201eGenial! Dieses Einhorn zeigt Dir, wie Du richtig kacken sollst!\u201c F\u00fcr Marc de Laporte, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der f\u00fcr die Bravo zust\u00e4ndigen Bauer M\u00fcnchen Redaktions KG, ist dieser Auftritt perfekt an die Mediennutzung junger Menschen angepasst. Nun war die Bravo auch in besten Zeiten nie ein politisches Medium, sondern setzte immer auf Stars und Dr. Sommers Sex-Tipps. Aber das, was heute Bravo online ausmacht, ist schlicht eine Kapitulation vor der Banalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Ze.tt-Chef Sebastian Horn gibt sich aber betont optimistisch: \u201eEs wird weniger geredet und verdammt viel gemacht derzeit. Das freut mich als jemand, dem Journalismus im Netz sehr am Herzen liegt.\u201c Wie seine Kollegen von Bento oder BYou hat Horn nun die Chance, Online-Journalismus zu machen, den junge Menschen lesen m\u00f6chten. Daf\u00fcr muss er allerdings aufh\u00f6ren, seine Leser als scheue Dummchen zu behandeln, die beim Hauch von Komplexit\u00e4t im Dickicht des Internets verschwinden. Ausgerechnet Buzzfeed macht in den USA vor, dass man gleichzeitig Katzenbilder verbreiten und investigativen Journalismus betreiben kann.<\/p>\n<p>\u201eNoch haben Verlage eine Chance, sich selbst neu zu erfinden und ihre Marken im Netz zu positionieren\u201c, sagt Stephan Weichert. \u201eIn zehn Jahren wird das nicht mehr m\u00f6glich sein.\u201c Weitaus gef\u00e4hrlicher f\u00fcr die Gesellschaft w\u00e4re es aber noch, wenn die Verlage zwar \u00fcberlebten, doch die Inhalte nicht mehr stimmten. Die Welt ist komplexer als ein Gif. Das verstehen auch junge Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Freitag vom 15. Oktober 2015 Berlin-Kreuzberg, 11.30 Uhr. Das Klischee sitzt: Die hellen B\u00fcror\u00e4ume in einer alten Fabriketage erreicht man \u00fcber einen zugestellten Hinterhof und ein abgelatschtes Treppenhaus. An der Stahlt\u00fcr h\u00e4ngt kein repr\u00e4sentatives Namensschild, sondern eine handbeschriftete Karteikarte. Wenn man eintritt, f\u00e4llt der erste Blick auf leere Club-Mate-Flaschen. Im Raum nebenan werkelt die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-3134","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-texte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3134","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3134"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3134\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3135,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3134\/revisions\/3135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3134"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3134"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3134"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}