{"id":308,"date":"2010-05-12T10:44:13","date_gmt":"2010-05-12T08:44:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=308"},"modified":"2010-05-14T13:15:20","modified_gmt":"2010-05-14T11:15:20","slug":"money-left-to-burn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=308","title":{"rendered":"Money left to burn"},"content":{"rendered":"<p>Berlin hat ein kleines Geldproblem, aber das ist ja nichts Neues. Neu ist, dass ich wei\u00df, woran es liegt &#8211; n\u00e4mlich an einer Fototapete. 25.000 Euro hat sie gekostet und zierte vor\u00fcbergehend die W\u00e4nde des Deutschen Theaters, wo w\u00e4hrend der Sanierungsarbeiten 2008\/2009 Asbest gefunden wurde. Was die Arbeiten verz\u00f6gerte, was es unm\u00f6glich machte, die eigentlich als Wandschmuck vorgesehene Bespannung aus Seide rechtzeitig zur Wiederer\u00f6ffnung anzubringen, was die Fototapete notwendig machte. Obwohl man fr\u00fchzeitig mit Asbest h\u00e4tte rechnen und das im Zeitplan h\u00e4tte ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen. Meint zumindest der Berliner Landesrechnungshof. Womit wir nach langer Vorrede endlich beim Thema sind.<\/p>\n<p>Am Montag wurde der <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/rechnungshof\/veroeffentlichungen\/index.html\" target=\"_blank\">Jahresbericht 2010 <\/a>des Rechnungshofes vorgestellt; 37 Millionen Euro hat man laut ihm in Berlin vergeudet, da man bei Dingen wie dieser Fototapete eben nicht sparfuchsig genug war. Oder seit Jahren Hausmeister \u00fcberm\u00e4\u00dfig verg\u00fctet. 400.000 Euro sollen verprasst worden sein, weil man bei der Einordnung der Hausmeister in Tarifgruppen Schulformen nicht differenziert und Kuschelecken versehentlich als Unterrichtsr\u00e4ume berechnet habe, was nat\u00fcrlich einen ganz anderen Arbeitsaufwand voraussetze. Schlie\u00dflich reicht bei einer herk\u00f6mmlichen Klasse einmal kurz Durchfegen, w\u00e4hrend Kuschenecken mit Febreze und Duftb\u00e4umen versorgt werden wollen, nehme ich an. Und Hauptsch\u00fcler machen einfach mehr kaputt als Grundsch\u00fcler, die die f\u00fcr das Erstellen von Graffitis n\u00f6tigen Schreibkenntnisse erst noch erlernen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ebenfalls skandal\u00f6s sind die bisher an der Deutschen Oper gew\u00e4hrten Lohnfortzahlungen im Gastierurlaubsfall &#8211; eine Geldverschwendung, der ich immerhin den neuen Begriff Gastierurlaub in meinem Wortschatz verdanke. Und neben der sich die 24 Millionen Euro, die durch Fehlbuchungen bei den Jobcentern zwischen 2005 und 2008 versandeten, sicher verschwindend gering ausmachen. Oder die Tatsache, dass bei der Technischen Universit\u00e4t niemand genau wei\u00df, wie viele Werkst\u00e4tten eigentlich so betrieben werden. Zwischen 120 und 150 sollen es wohl sein; welches technische Ger\u00e4t dort steht, ist man sich auch nicht sicher. Aber ich wei\u00df schlie\u00dflich auch nicht genau, wie viele Wohnungen ich eigentlich gerade so unterhalte.<\/p>\n<p>Meine liebste Geldvernichtungsmaschine ist aber die Kantine der Deutschen Klassenlotterie, die exklusiv f\u00fcr 190 Mitarbeiter betrieben wird und allein im letzten Jahr 300.000 Euro Verlust erwirtschaftete. Zum einen finde ich es sch\u00f6n, dass demnach Kantinenessen \u00fcberhaupt etwas mit Geld zu tun hat &#8211; bislang dachte ich immer, das Kartoffenp\u00fc aus dem P\u00e4ckchen stamme noch aus Wehrmachtsbest\u00e4nden, und den traurigen Broccoli h\u00e4tte man containert. Zum andern brachte mich diese Information \u00fcberhaupt erst auf die Website der Klassenlotterie, wo man erfahren kann, dass die erste Berliner Stadtlotterie am 16. August 1945 durch die Alliierte Kommandantur genehmigt wurde &#8211; f\u00fcr die Lizenzierung von Zeitungen hatte man zu diesem Zeitpunkt in Berlin noch keine Zeit. Neun Tage sp\u00e4ter folgte die erste Ziehung, zu gewinnen gab es\u00a0 352.946,80 Reichsmark. Zu kaufen gab es davon nichts.<\/p>\n<p>Ich glaube, um die finanzielle Zukunft dieser Stadt braucht man sich doch keine Gedanken zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin hat ein kleines Geldproblem, aber das ist ja nichts Neues. Neu ist, dass ich wei\u00df, woran es liegt &#8211; n\u00e4mlich an einer Fototapete. 25.000 Euro hat sie gekostet und zierte vor\u00fcbergehend die W\u00e4nde des Deutschen Theaters, wo w\u00e4hrend der Sanierungsarbeiten 2008\/2009 Asbest gefunden wurde. 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