{"id":2259,"date":"2013-01-02T16:56:51","date_gmt":"2013-01-02T15:56:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=2259"},"modified":"2013-01-02T17:51:29","modified_gmt":"2013-01-02T16:51:29","slug":"schwaben-keine-pointe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=2259","title":{"rendered":"Schwaben. Keine Pointe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-2263\" alt=\"IMG_1073\" src=\"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/IMG_1073.jpg\" width=\"512\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/www.juliane-schader.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/IMG_1073.jpg 640w, https:\/\/www.juliane-schader.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/IMG_1073-300x127.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/p>\n<p>Zu den Dingen, die man \u00fcber Weihnachten definitiv tun sollte, geh\u00f6ren ja neben der Vernichtung einer Zimtstern-Armee und einem z\u00fcnftigen Familienstreit das Lesen eines guten Buches. Meine Wahl fiel in diesem Jahr unter anderem auf das wundervolle\u00a0<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3867321213\/ref=pd_lpo_k2_dp_sr_1?pf_rd_p=330045087&amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;pf_rd_t=201&amp;pf_rd_i=3931836118&amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_r=0GXF5F1EG3B0GBF941ZP\" target=\"_blank\">&#8222;Durchgangszimmer Prenzlauer Berg&#8220;<\/a>, in welchem die beiden Autorinnen vorwendliche K\u00fcnstlerbiographien versammeln. Die absolute Mehrheit der Texte beginnt mit dem Satz &#8222;Nach Berlin kam ich, als&#8230; .&#8220;<\/p>\n<p>Fr\u00fcher waren es Sachsen, heute sind es Schwaben, die in den Prenzlauer Berg und von dort in die weite Welt ziehen. Doch dies nur als Randbemerkung.<\/p>\n<p>Denn eigentlich ist es nicht dieses doch irgendwie langweilig gewordene Schwaben-Bashing, das mich nach zwei Jahren Mitarbeit bei einer Zeitung namens &#8222;Prenzlauer Berg Nachrichten&#8220; nur noch kurz die Augenbraue heben l\u00e4sst (ja, ich kann das, aber nur mit rechts). Sondern es ist die Art und Weise, wie gerade ein Politiker wie Herr Thierse, der einst seinen Bundestagswahlkreis hier hatte und <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/prenzlauer-berg-wolfgang-thierse-klagt-ueber-fehlende-soziale-mischung-a-875394.html\" target=\"_blank\">heute das Weihnachtsloch f\u00fcllt<\/a>, \u00fcber den Prozess der Gentrifizierung redet. Denn ja, dieser Bezirk hat sich ver\u00e4ndert, und das nicht nur zum Guten. Aber es war auch die Politik, die das nicht nur toleriert, sondern auch so gewollt hat. Indem sie viele Millionen Euro F\u00f6rderung in die Sanierungsgebiete wie den Kollwitzplatz oder den Helmholtzplatz gesteckt und so zu dessen Aufwertung beigetragen hat, hat sie der Ver\u00e4nderung den Weg bereitet. Als sie dann merkte, dass so einen innenstadtnahes Gr\u00fcnderzeitquartier vielleicht auch von alleine ganz reizvoll als Wohngebiet sein k\u00f6nnte, waren die Mieten schon auf 13 Euro pro Quadratmeter geklettert. Seit, kein Witz, letztem Jahr bem\u00fcht man sich nun erstmals wieder ernsthaft, den Prozess der Ver\u00e4nderung politisch in den Griff zu bekommen. Bis dahin verlie\u00df man sich, wieder kein Witz, darauf, dass man die Mieten k\u00fcnstlich unten halten k\u00f6nnte, indem man den Einbau von freih\u00e4ngenden Klos und Handtuchhalterheizungen verb\u00f6te. Was \u00fcberraschender Weise nicht so gut funktioniert hat.<\/p>\n<p>Ja, der Prenzlauer Berg hat ein Problem, weil er mit seinen stetig steigenden Mieten der sozialen Mischung keine Chance l\u00e4sst. Und ja, es nervt auch, dass manche der Menschen, die sich f\u00fcr zw\u00f6lf Euro kalt sogar <a href=\"http:\/\/www.prenzlauerberg-nachrichten.de\/alltag\/_\/uber-den-dachern-von-lidl-17616.html\" target=\"_blank\">auf dem Dach eines Lidls<\/a>\u00a0an der Bornholmer Stra\u00dfe\u00a0einmieten, glauben, gleich den ganzen Bezirk mitgekauft zu haben und sich entsprechend verhalten. Aber hier leben genauso viele Menschen, die zugezogen sind und sich trotzdem Sorgen um die Entwicklung machen. Und auf der anderen Seite sind es genauso Alt-Berliner, die sich gerne auch mal in ihrer Funktion als Vizepr\u00e4sident des Deutschen Bundestages dar\u00fcber beschweren, dass der Kollwitzmarkt vor ihrer Haust\u00fcr zu laut ist. Ja, genau, <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/archiv\/beschwerde-keine-demokratie-am-kollwitzplatz,10810590,10534334.html\" target=\"_blank\">da war doch was<\/a>.<\/p>\n<p>Ich glaube, wir haben ein Problem. Und ich glaube, die Schwaben sind nicht Schuld daran. Und die Frage,\u00a0ob Schrippen jetzt Schrippen, Wecken oder doch vielleicht Croissants hei\u00dfen, kann der freundliche Herr mit dem Bart ruhig weiterhin <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/images\/wahlkampfplakat-der-fdp-in-berlin\/6502010\/4-format23.jpg\" target=\"_blank\">der FDP \u00fcberlassen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu den Dingen, die man \u00fcber Weihnachten definitiv tun sollte, geh\u00f6ren ja neben der Vernichtung einer Zimtstern-Armee und einem z\u00fcnftigen Familienstreit das Lesen eines guten Buches. Meine Wahl fiel in diesem Jahr unter anderem auf das wundervolle\u00a0&#8222;Durchgangszimmer Prenzlauer Berg&#8220;, in welchem die beiden Autorinnen vorwendliche K\u00fcnstlerbiographien versammeln. 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