{"id":213,"date":"2010-05-07T08:27:53","date_gmt":"2010-05-07T06:27:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=213"},"modified":"2010-05-06T19:09:26","modified_gmt":"2010-05-06T17:09:26","slug":"213","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=213","title":{"rendered":"Linving next door to Muck (the small one)"},"content":{"rendered":"<p>Meine WG hat einen neuen Mitbewohner. Der ist Franzose, was mich hoffend macht, dass er diesen Post niemals lesen m\u00f6ge.<\/p>\n<p>Der Franzose ist ganz nett, da kann man nichts sagen. Er bringt den M\u00fcll weg, braucht kaum Platz im Bad und beschwert sich nicht, wenn ich mich illegaler Weise an seinem Nutella bediene. Aber seitdem sein einst in der Aschewolke verschwundenes Gep\u00e4ck wieder aufgetaucht ist, haben wir uns einfach nichts mehr zu sagen. Oder besser: Ich habe ihm nichts zu sagen. Er mir dagegen sehr viel. \u00dcber Yogaschulen, die er am 1. Mai w\u00e4hrend der Nazidemo auf der Sch\u00f6nhauser Allee zu suchen f\u00fcr eine gute Idee hielt. \u00dcber Meditation. \u00dcber positive Energien durch gr\u00fcnen Tee. Und das ganze vor dem ersten Kaffee, obwohl ich ihm beigebracht habe, dass Kommunikation von meiner Seite aus dann nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Der Franzose macht ein Praktikum in Berlin und kennt sonst niemanden hier, was mir ja auch sehr leid tut. Doch m\u00f6chte ich einfach nicht meine Freizeit mit jemandem verbringen, der das Outfit des kleinen Mucks f\u00fcr stilistisch nachahmenswert h\u00e4lt und dessen Begr\u00fc\u00dfungsformel &#8222;Was machst Du heute?&#8220; lautet. Denn es macht mir ein schlechtes Gewissen, wenn ich innerlich antworte mit &#8222;Sicherlich nichts mit Dir.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn es um Erfahrungen mit seltsamen Mitbewohnern geht, habe ich einiges zu bieten. Einst lebte mit uns eine Dame, die sich ausschlie\u00dflich von fettfreiem Joghurt und S\u00fc\u00dfstoff zu ern\u00e4hren versuchte, was nat\u00fcrlich nicht funktionierte. Ihre regelm\u00e4\u00dfig auftretenden Hungersch\u00fcbe stillte sie mit Honig aus meinem Bestand. Kompletten Gl\u00e4sern an Honig, wohlgemerkt, was sie nat\u00fcrlich abstritt, denn wie sagte einst Izzy Stevens? &#8222;Ich esse gerne heimlich Butter, denn ich glaube fest, wenn es niemand sieht, macht es nicht dick.&#8220;<\/p>\n<p>Unvergesslich auch der Pekinger Mitbewohner, der lange Zeit alleine die WG bewohnt und sich gegen seine Einsamkeit eine kleine Armada an Kakerlaken zugelegt hatte. Sie lebten in einer perfekten Symbiose zusammen, bis weitere Menschen zuzogen und den Kammerj\u00e4ger bestellten. Bald darauf zog auch der Mitbewohner aus; er hat den Verlust wohl nicht verwunden.<\/p>\n<p>Ebenfalls gerne erz\u00e4hlt wird die Geschichte vom Reisabgie\u00dfer, den einst eine weitere Mitbewohnerin von mir f\u00fcr in der K\u00fcche unverzichtbar hielt. Meine Mutter hatte mir zwar beigebracht, wie man Reis so zubereitet, dass man ihn gar nicht abgie\u00dfen muss. Aber eigentlich kann ein gut sortierter Haushalt so ein Sieb schon verkraften.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck, und nun kommen wir in die Anschleim-Phase, waren und sind der Gro\u00dfteil meiner Mitbewohner ganz gro\u00dfartig. Eine WG, in der die Mitbewohner w\u00e4hrend des Castings beginnen, Spagetti in \u00c4pfel zu stecken, muss man schlie\u00dflich lieben. Ebenso wie Menschen, die sich bereit erkl\u00e4ren, das WG-Fest mit Trash-TV-Motto zu veranstalten und selbst als Bauer Mike daran teilnehmen. Oder Mitbewohnerinnen, mit denen man sich der logistischen Herausforderung stellt, s\u00e4mtliche Folgen der Gilmore Girls aufzuzeichnen. Auf VHS.<\/p>\n<p>Die muss man alle einfach verehren. Und den anderen dankbar sein, dass sie so feinen Blogstoff liefern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine WG hat einen neuen Mitbewohner. Der ist Franzose, was mich hoffend macht, dass er diesen Post niemals lesen m\u00f6ge. Der Franzose ist ganz nett, da kann man nichts sagen. Er bringt den M\u00fcll weg, braucht kaum Platz im Bad und beschwert sich nicht, wenn ich mich illegaler Weise an seinem Nutella bediene. Aber seitdem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-213","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=213"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/213\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":223,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/213\/revisions\/223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}