{"id":1805,"date":"2011-07-26T15:24:36","date_gmt":"2011-07-26T13:24:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=1805"},"modified":"2011-07-26T15:24:36","modified_gmt":"2011-07-26T13:24:36","slug":"gerumpulus-der-gott-des-kellers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=1805","title":{"rendered":"Ger\u00fcmpulus, der Gott des Kellers"},"content":{"rendered":"<p>In anderen St\u00e4dten gibt es die Sperrm\u00fcllabfuhr, in Berlin gibt es den Keller. Den Hof. Den Hausflur. Oder auch einfach die Stra\u00dfe. Wer sein Gewissen erleichtern m\u00f6chte, klebt noch einen Zettel &#8222;zu verschenken&#8220; dran, und dann ab mit der grifflosen Kommode vor die Wohnungst\u00fcr.<\/p>\n<p>Mich pers\u00f6nlich nervt das in der letzten Zeit vor allem, da <a href=\"http:\/\/www.prenzlauerberg-nachrichten.de\/alltag\/_\/angst-vor-brandserie-in-prenzlauer-berg-17380.html\" target=\"_blank\">seltsame Brandstifter<\/a> es als ihr Erfolgsgeheimnis entdeckt haben, eben dieses unbrauchbare gebrauchte Ger\u00fcmpel anzuz\u00fcnden, aus Gr\u00fcnden, die sich wohl keinem Menschen mit Verstand erschlie\u00dfen. Meine Hausverwaltung hat dem Ganzen aber schon viel fr\u00fcher den Kampf angesagt, und zwar nicht einfach mit w\u00fcsten Beschimpfungen und b\u00f6sen Drohungen, sondern, wie man es von jedem guten Sozialp\u00e4dagogen lernt, mit einem guten Beispiel voran:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Keller.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1806\" title=\"Keller\" src=\"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Keller-799x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"366\" height=\"469\" srcset=\"https:\/\/www.juliane-schader.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Keller-799x1024.jpg 799w, https:\/\/www.juliane-schader.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Keller-234x300.jpg 234w, https:\/\/www.juliane-schader.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Keller.jpg 1126w\" sizes=\"(max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p>Alte R\u00f6mer, G\u00f6tter, roter Backstein und ein Appell an den Gemeinsinn, wer w\u00fcrde sich von dieser Kombination nicht auch sofort \u00fcberzeugen lassen, dass man das alte Kinderbett vielleicht doch besser per Kleinanzeige verscherbeln sollte, statt es einfach wochenlang neben den Briefk\u00e4sten abzustellen? Einziges Problem: Offenbar hat die Hausverwaltung in ihrer Begeisterung f\u00fcr r\u00f6mische Keller vergessen, mal die Berliner Version zu betreten. Ansonsten w\u00fcsste sie wohl von dem gestampften Lehmboden, den dank der 98-prozentigen Luftfeuchtigkeit angelaufenen Verschl\u00e4gen, den mumifizierten Ratten, dem von Spinnweben auf ein Minimum ged\u00e4mpften Licht und der gro\u00dfz\u00fcgigen Deckenh\u00f6he von 1 Meter 20. Und dass man G\u00f6tter und Keller in Berlin nur in einem einzigen Fall in Zusammenhang bringen kann, n\u00e4mlich: Oh Gott, hast Du den Keller gesehen?<\/p>\n<p>Aber vielleicht k\u00f6nnen wir einen Deal machen: Die Hausverwaltung kleidet den Keller mit feinem Backstein aus und sogt auch f\u00fcr die Einrichtung von &#8222;Nischen zur Aufnahme von G\u00f6tterbildern&#8220;. Und wir Mieter plakatieren in eben diesen heidnische G\u00f6tzen wie Justin Bieber, Klaus Wowereit oder die Simpsons und entsorgen unser Ger\u00fcmpel in Zukunft an anderen Orten. Noch ist das Dachgeschoss schlie\u00dflich nicht ausgebaut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In anderen St\u00e4dten gibt es die Sperrm\u00fcllabfuhr, in Berlin gibt es den Keller. Den Hof. Den Hausflur. Oder auch einfach die Stra\u00dfe. Wer sein Gewissen erleichtern m\u00f6chte, klebt noch einen Zettel &#8222;zu verschenken&#8220; dran, und dann ab mit der grifflosen Kommode vor die Wohnungst\u00fcr. 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