{"id":1612,"date":"2011-03-31T17:14:54","date_gmt":"2011-03-31T15:14:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=1612"},"modified":"2011-03-31T17:14:54","modified_gmt":"2011-03-31T15:14:54","slug":"nomaden-des-kleinraums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=1612","title":{"rendered":"Nomaden des Kleinraums"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin umgezogen. Was mal gesagt werden muss, damit ich mir nicht mehr l\u00e4nger den Satz &#8222;Du bloggst ja auch nichts mehr&#8220; anh\u00f6ren muss. Und doch eigentlich keine gro\u00dfe Neuigkeit ist, denn Umziehen geh\u00f6rt zu den wenigen Dingen, die ich in den vergangenen Jahren mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig betrieben habe, im Gegesatz zu Bowling, Kakteenzucht und dem Verzehr von Obst und Gem\u00fcse f\u00fcnfmal am Tag. Immer hing es ein bisschen tiefer hinein in den Prenzlauer Berg &#8211; nennt mich Kleinraumnomade.<\/p>\n<p>Doch die Zeiten haben sich ge\u00e4ndert. Fr\u00fcher bestand ein Umzug daraus, dass ich meine Freunde zwang, unabgebaute Werke aus Ikea-Pressspan sowie ein etwa f\u00fcnfhundert Kilo schweres Steinregal aus Hinterhauswohnungen in Hinterhauswohnungen zu schleppen &#8211; dass sie auch danach noch meine Freunde blieben, ist f\u00fcr mich auf ewig unverst\u00e4ndlich wie erfreulich.<\/p>\n<p>Heute dagegen investiere ich den Gegenwert von zwei K\u00e4sten Bier in auf Laternenpf\u00e4hlen inserierende Transportunternehmen, die sich als Experten f\u00fcr den termingerechten Transport von Waren aller Art von A nach B r\u00fchmen, und vermutlich ziemlich viel sehr gut beherrschen, nur nicht den Transport von Dingen von A nach B zu einem vorher festgelegten Termin. Ganz recht, es ist der Frust, der aus mir spricht, der nur denjenigen vorbehalten ist, die auch einmal auf ihren 13 Kisten in einem kalten Hausflur sa\u00dfen und f\u00fcnf Stunden damit zubrachten, sich per Handy von gebrochen Deutsch sprechenden Menschen vertr\u00f6sten zu lassen. Gleich, aber wirklich gleich, seien sie da. Nur ein paar Kisten m\u00fcssten noch schnell in Sch\u00f6neberg abgegeben werden. Ein Schrank in Charlottenburg. Und nun sei auch noch die Kupplung kaputt und man warte auf den ADAC, auf einer Autobahnausfahrt kurz vor Dresden.<\/p>\n<p>Vermutlich war es Marx h\u00f6chstpers\u00f6nlich, der mich so daf\u00fcr abstrafen wollte, andere Menschen sich f\u00fcr einen Hungerlohn an meiner Statt den R\u00fccken ruinieren zu lassen. Mit Recht.<\/p>\n<p>Immerhin erschienen die Jungs mit dem Transporter irgendwann und ihre F\u00e4higkeit, gleichzeitig zentnerschwere B\u00fccherkisten und Goldkettchen zu tragen und mit beidem in etwas, was ich in Zeiten des Steinregals vielleicht als Affenzahn bezeichnet h\u00e4tte, in den vierten Stock hochzurennen, darf nicht unerw\u00e4hnt bleiben. Trotz allem.<\/p>\n<p>Nun habe ich also ein neues Dach \u00fcber dem Kopf &#8211; zumindest, bis das unausgebaute Dachgeschoss \u00fcber mir einen K\u00e4ufer gefunden hat, der mir eben dieses in Zeiten des Ausbaus wieder nimmt und daf\u00fcr einen Fahrstuhl vor dem Fenster spendiert &#8211; und hoffentlich auch wieder Zeit zum Bloggen. Bis zum n\u00e4chsten Umzug.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin umgezogen. Was mal gesagt werden muss, damit ich mir nicht mehr l\u00e4nger den Satz &#8222;Du bloggst ja auch nichts mehr&#8220; anh\u00f6ren muss. 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