{"id":1397,"date":"2010-12-10T15:13:21","date_gmt":"2010-12-10T14:13:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=1397"},"modified":"2010-12-10T15:18:55","modified_gmt":"2010-12-10T14:18:55","slug":"berlin-deine-eisbahn-ist-der-s-bahn-ring","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juliane-schader.de\/?p=1397","title":{"rendered":"Berlin, Deine Eisbahn ist der S-Bahn-Ring"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte es <a href=\"http:\/\/www.juliane-wiedemeier.de\/?p=1378\" target=\"_blank\">an anderer Stelle<\/a> ja schon einmal erw\u00e4hnt: Berlin hat ein Problem mit dem Winter. Oder vielmehr der Tatsache, dass dieser seit Neustem nicht mehr nur mit an Balkonen hochkletternden Weihnachtsm\u00e4nnern und energieverschwendenen Beleuchtungskonzepten daherkommt, sondern auch mit Schnee. Die Stadt wei\u00df einfach nicht, wie sie damit umgehen soll.<\/p>\n<p>Rein rechtlich, wie man so h\u00f6rt, sei die Sache ja ganz einfach: B\u00fcrgersteigr\u00e4umung ist Anliegersache. Doch was in den Einzelhaussiedlungen in Dahlem vielleicht noch ganz gut funktionieren mag, wird zum Problem, wo viele Menschen in den H\u00e4usern wohnen und deren Besitzer in Westdeutschland. Derzeit gibt es die B\u00fcrgersteige in diesen Vierteln in den Varianten a) v\u00f6llig unger\u00e4umt, b) kompakte Eisdecke und c) wissen sie eigentlich, was Streusplitt kostet?.<\/p>\n<p>Jedes Haus verfolgt da seine ganz eigene Politik, was zum einen das Stra\u00dfenbild sch\u00f6n vielf\u00e4ltig erscheinen l\u00e4sst, und zum anderen mit dem ewigen Vorurteil aufr\u00e4umt, Zahn\u00e4rzte aus M\u00fcnchen h\u00e4tten im Prenzlauer Berg ganze Stra\u00dfenz\u00fcge gekauft. Vielmehr besitzen Sie, wenn man die Taktiken der Schneebeseitigung genau analysiert, zwei H\u00e4user in Kreuzberg, eins in Sch\u00f6neberg, und ein halbes Haus in der Kastanienallee. Aber auch das kann nicht \u00fcber die st\u00e4ndige Gefahr hinwegtr\u00f6sten, in die man sich beim Gang vor die T\u00fcr begibt, und die lautet: Oberschenkelhalsbruch, jetzt auch schon f\u00fcr Menschen ab sechs. Wer j\u00fcnger ist, hat Gl\u00fcck, der wird noch auf einem Schlitten gezogen.<\/p>\n<p>Nun habe ich gelernt, dass man in solchen Situationen nicht immer nach dem Staat rufen soll, der installiert ja doch nur \u00dcberwachungskameras und verbietet irgendwas im Internet. Selbst ist die Frau, und so habe ich gerade erst meine alten Spikes bei der kleinen asiatischen Schneiderin abgegeben, auf dass sie mir ein feines Kunstfell in die Schuhe bastelt. Dann noch die guten 12-cm-Dornen eingeschraubt, und dem Schneespaziergang steht nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p>Bis dahin nutze ich den kleinen Flammenwerfer, mit dem die Mitbewohnerin immer ihrer fantastischen Cr\u00e8me br\u00fbl\u00e9e den letzten Schliff verpasst, um mir einen Weg durch die Eispanzer auf dem Gehweg zu fr\u00e4sen. Und auch der Einsatz des Streusalz to go hat sich mittlerweile bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Wem das alles zu aufwendig ist, dem bleibt die Hoffnung, dass sich vielleicht doch noch eine L\u00f6sung finden l\u00e4sst, nach der die Gehwege in Zukunft ordentlich und einheitlich und damit genau so, wie man es in Das-ist-Deutschland-hier erwartet, ger\u00e4umt werden. Etwa indem sich die Hausbesitzer einer Stra\u00dfe zusammentun. Kita-Gruppen ihre Vormittage endlich mit etwas Sinnvollem verbringen. Oder es mal wieder richtig Sommer wird.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich pl\u00e4diere ja f\u00fcr eine Flurbereinigung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte es an anderer Stelle ja schon einmal erw\u00e4hnt: Berlin hat ein Problem mit dem Winter. Oder vielmehr der Tatsache, dass dieser seit Neustem nicht mehr nur mit an Balkonen hochkletternden Weihnachtsm\u00e4nnern und energieverschwendenen Beleuchtungskonzepten daherkommt, sondern auch mit Schnee. Die Stadt wei\u00df einfach nicht, wie sie damit umgehen soll. 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